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DDR-Fischerei

Modell des Transport- und Verarbeitungsschiffes "Junge Welt"
Modell des Transport- und Verarbeitungsschiffes "Junge Welt" (Foto: J.-M. Schlorke)

Dieser Ausstellungsbereich widmet sich hauptsächlich der Fischerei im Osten des geteilten Deutschlands zwischen 1945 und 1989. Er ist somit interessantes Zeitdokument eines in sich abgeschlossenen Kapitels deutscher Fischereigeschichte. Der Vorläufer dieser Ausstellung wurde an dieser Stelle bereits Anfang der siebziger Jahre aufgebaut und war Ausdruck einer engen Zusammenarbeit des Meeresmuseums mit dem einstigen VEB Kombinat Hochseefischerei Rostock. Als großzügiger Sponsor ermöglichte das Fischkombinat über zwei Jahrzehnte hinweg bis 1989 eine für die DDR beispiellose Entwicklung des Museums.


Die jetzige Ausstellung zum Thema „Entwicklung der weltweiten Seefischerei nach dem Zeiten Weltkrieg am Beispiel der Entwicklung der Küsten- und Hochseefischerei der DDR“ wurde in den vergangenen Jahren neu gestaltet. Dabei blieb der Charakter der ehemaligen Exposition weitgehend erhalten. Inhalt und Form der Ausstellung konnten aber wesentlich verbessert werden. Auch einige Aspekte der gegenwärtigen deutschen Hochseefischerei sind eingeflossen. Diese Neugestaltung erfolgte zum großen Teil mit Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der „Gemeinschaftsinitiative PESCA“.


Das Eingangsthema „Vom schweren Neubeginn“ lässt den Betrachter die Probleme ahnen, unter denen man im Osten Deutschlands mit einem Neuaufbau der Fischerei begann. Das aus dieser Zeit stammende Original des hier gezeigten Modells des 17-Meter- Kutters SAS 95 „Adolph Reichwein“ steht auf dem Vorhof des Museums.


Den raschen Aufbau der DDR-Fangflotte in den 1950er Jahren dokumentieren die Modelle von Kutter, Logger und Seitentrawler. Bereits 1958 fischte man mit 100 Holzkuttern, 46 Stahlkuttern, 35 Loggern und 20 Trawlern in Ost- und Nordsee sowie im Nordatlantik.


Die Kollektivierung der Küstenfischerei zwischen 1950 und 1960 war ein schwer wiegender Eingriff in die Arbeit der bis dahin privat tätigen Küstenfischer.


Eine gravierende Veränderung, die sich in den 1950er und 1960er Jahren weltweit in der Fischerei vollzog, war der Wandel der Fangfahrzeuge vom Seitenfänger zum Heckfänger. Das Aussetzen und Einholen der immer größer dimensionierten Schleppnetze wurde damit erheblich einfacher und leichter.