Mensch und Meer
Diese neue Ausstellung beginnt mit einer Symbolik: Auf einer Seite das bunte, vielfältige Leben im gesunden, vom Menschen ungestörten Korallenriff – auf der anderen Seite das geschädigte, kranke Riff. Damit wird der Leitgedanke dieser Exposition „Ein gesundes Meer – Voraussetzung für das Leben auf der Erde!“ versinnbildlicht.
Der "Kindergarten der Kaiserpinguine“* (Antarktis) soll den Betrachter als Beispiel für die Schönheit der Lebensformen im Meer und an den Küsten besonders anregen und für deren Erhaltung begeistern.
Die Rohstoffe aus dem Meer könnten mit der Verknappung festländischer Ressourcen künftig Bedeutung erlangen. Auch deutsche Wissenschaftler wirken mit an der Erkundung solcher "Schätze vom Meeresgrund“, bei deren Abbau allergrößte Vorsicht geboten ist – zu leicht könnte es zur weiträumigen Meeresverschmutzung kommen. Die Bathysonde stammt vom Forschungsschiff „Valdivia“ und kam bei der Erkundung von Erzschlämmen u. a. im Roten Meer zum Einsatz.
In der Vitrine daneben steht unter dem Thema „Ein Schiff revolutionierte die Wissenschaft“ das Modell des wohl berühmtesten Forschungsschiffes der vergangenen Jahrzehnte, der „Glomar Challenger“ (Baujahr 1968). Von diesem Schiff aus erfolgten zahlreiche Tiefsee-Bohrungen. Deren Ergebnis brachte schließlich den endgültigen Beweis für die Plattentektonik und damit auch der Kontinentaldrift-Theorie von Alfred WEGENER.
Gotteslachs und Mondfisch sind zwei Fischarten des Freiwassers, deren Gestalt völlig von der sonst dort üblichen Torpedoform abweicht.
Ein an seinen entzündeten Wunden verendeter Dorsch auf dem Meeresgrund ermahnt zu völlig neuem Umweltverhalten. Denn längst wurden die Meere zum großen Sammelbecken für Gift- und Schadstoffe, die durch Flüsse, aus der Luft, durch Schifffahrt, Rohstoffgewinnung und Fischerei in zunehmendem Maße dorthin gelangen und die Lebewelt der Meere ständig bedrohen.
Daher: „Bedenke – alles fließt ins Meer!“
Die Schutzfunktion von Fischschwärmen beruht darauf, dass durch die Vielzahl der Individuen in einem Schwarm angreifende Raubfische häufiger entdeckt und verwirrt und damit am Zuschnappen gehindert werden.
Neben der Bildung von Laichschwärmen, die aus geschlechtsreifen Tieren bestehen, schließen sich auch Jungfische häufig zu Schwärmen zusammen. Bekannt ist auch, dass sich bestimmte Fischarten während des Winters an tieferen Stellen über dem Boden in dichten Schwärmen aufhalten.
Es war ebenfalls eine Sensation, als sich 1965 – ausgerechnet in einer Reuse im Strelasund unweit von Stralsund – eine 450 Kilogramm schwere Lederschildkröte verfing. Es ist bisher die einzige Lederschildkröte, die sich in die Ostsee verirrte. Sie lebte nach dem Fang nur noch kurze Zeit, wurde hier im Meeresmuseum präpariert und ist nun in dieser Vitrine ausgestellt. Auf dem Bildschirm auf der Rückwand der Einstellfläche läuft eine Dokumentation dazu. In dieser Vitrine gibt es auch eine Menge an Informationen zum Leben und zur Vermehrung der Meeresschildkröten. Sie alle sind in ihrem Bestand bedroht. Durch internationale Schutzbemühungen, Fangverbote und die Zucht in Farmanlagen kann ihr Aussterben möglicherweise verhindert werden.
Keine Tiergruppe im Meer wird so gefürchtet und verkannt wie die Haie. Unter bestimmten Umständen können diesen Raubfischen auch Menschen zum Opfer fallen. Doch ihre Gefährlichkeit wird oft maßlos übertrieben. Auf der ganzen Welt werden nur etwa ein bis zwei Dutzend tödliche Haiunfälle jährlich bekannt. Aber mehr als 100 Millionen Haie werden alljährlich vom Menschen getötet. Dadurch ist manche Haiart bereits selten geworden oder gar vom Aussterben bedroht. Die größte Art erreicht über zehn Meter Länge, ernährt sich aber nur von Plankton.





