Ostseeküste
Eingangs informiert eine Leuchttafel über die spezifischen Verhältnisse von Wassertiefen und Salzgehalt in der Ostsee. Das Meeresbodenrelief der westlichen Ostsee verdeutlicht die Problematik des Wasseraustausches mit dem Weltmeer. Ein Touch-Screen bietet ein Computerprogramm, in dem zahlreiche Informationen über die Entstehung und Entwicklung der Ostsee sowie über ihre vielen Besonderheiten als größtes Brackwassermeer der Erde vermittelt werden.
Die drei Robbenarten, Kegelrobbe, Ringelrobbe und Seehund, die in der Ostsee vorkommen, werden im Diorama Robben an einer Felsenküste gezeigt. Solche Ufer gibt es an der schwedischen und finnischen Küste.
Ähnlich wie im Diorama gegenüber dargestellt, kann man gelegentlich am Strand einen angespülten toten Schweinswal finden. Lebend sind sie sehr selten zu beobachten, gelten die Tiere doch als extrem scheu. Den Schweinswalen gilt übrigens das besondere Interesse der Wissenschaftler des Museums, deren Forschungen sich auf diese einzige in der Ostsee heimische Walart konzentriert.
Die nächsten Vitrinen sind der Vogelwelt und dem Vogelschutz an der Küste gewidmet. So gibt es beispielsweise im Winter hervorragende Möglichkeiten, Tauchenten am Eisrand des Meeres oder der Bodden zu beobachten. Doch auch andere Arten wie Seetaucher, Schnee-Eule und eine ganze Reihe von Singvögeln gehören zu den Wintergästen.
Für den Vogelzug stellt die Küste eine Leitlinie dar, denn hier finden besonders viele Schnepfenvögel am Spülsaum ein reiches Nahrungsangebot. Auch über recht interessante Details zum Vogelzug, z. B. warum die Vögel eigentlich ziehen und welche Faktoren den Zug auslösen, kann man sich informieren.
Ansammlungen zahlreicher Bleß- und Saatgänse auf Feldern sind besonders im Herbst ein charakteristisches Bild. Größter Vertreter der Wildgänse ist die Kanadagans, die vor etwa 60 Jahren in Schweden eingebürgert wurde. Inzwischen brüten dort Zehntausende von ihnen. Sie überwintern besonders auf Rügen und im Raum westlich von Stralsund.
Auf den flachen Grasinseln der Ostsee und der Bodden brüten die Küstenvögel: Möwen und Seeschwalben, Enten und Schnepfenvögel. Diese Vogelküken sind Nestflüchter. Daher befinden sich die Nester am Boden. Die in der Umgebung aufwachsenden Jungen besitzen eine gute Tarnfarbe.
Das Leben der Silbermöwe im Kreislauf des Jahres wird von der Besetzung der Kolonie im April, über Paarbildung, Nestbau, Eiablage und Brut, das Aufwachsen der Jungen bis zum Verlassen der Kolonie im August veranschaulicht.
Die abwechslungsreiche Küstenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns bietet insgesamt für zahlreiche Sumpf- und Wasservögel geeignete Lebensräume. Viele dieser Gebiete stehen unter Schutz, u. a. im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Der Ausschnitt einer Kormorankolonie vermittelt Eindrücke, wie diese an der vorpommerschen Küste recht häufigen Vögel leben.




