Wale
Ist es nicht beeindruckend, unter dem 15 Meter langen Skelett eines Finnwales zu stehen? Es stammt von einem noch jungen Tier, das sich in die Ostsee verirrte und 1825 an der Westküste Rügens strandete. Rund 1 000 Kilogramm wiegt dieses gewaltige Skelett. Und dabei werden Wale noch viel größer! Die doppelte Länge und 130 Tonnen Gewicht kann ein Blauwal erreichen. Das entspricht dem Gewicht von 32 Elefanten oder 200 Kühen. Damit sind Blauwale die weitaus größten und schwersten Tiere der Erde.
Der Finnwal gehört – wie der Blauwal – zu den Bartenwalen. Und diese Barten, die zum Aussieben von Kleinlebewesen aus dem Wasser dienen, sind in dem mächtigen Oberkiefer gut zu sehen. Eine interessante Besonderheit erkennt man an diesem Skelett allerdings erst beim aufmerksamen Hinsehen: die beiden winzig erscheinenden Knochen, die sich hinter dem Brustkorb unter der Wirbelsäule befinden. Das sind die Reste des zurückgebildeten Beckens. Sie belegen, dass die Vorfahren der Wale vierfüßige Landsäugetiere waren. Auch die in der Vitrine ausgestellten Trockenpräparate von Organen – Luftröhre, Blutgefäße und Penis – stammen von diesem Finnwal, der seinerzeit von Westrügen aus zunächst nach Stralsund und dann nach Greifswald transportiert wurde.
Bartenwale sind nicht in der Lage, größere Beutetiere zu schlucken. Anders die Zahnwale, die Raubtiere in der artenreichen „Wal-Verwandtschaft“. Ein an der Wand hängender, kräftig bezahnter Schädel eines Schwertwales („Killerwal“) flößt Respekt ein. Dieses Tier war 7,50 Meter lang und strandete 1851 bei Mukran an der Ostküste Rügens.
Auch der sieben Meter lange Entenwal, dessen Skelett an der linken Seitenwand montiert ist, strandete als Irrgast in der Nähe von Stralsund – 1993 am Gellen auf Hiddensee. Er wurde im MEERESMUSEUM gründlich wissenschaftlich bearbeitet.
Es ist also gar nicht so selten, dass sich Wale in die Ostsee verirren und hier verenden. Davon zeugt eine Karte mit entsprechenden Fundstellen. Doch es gibt auch eine Walart, die in der Ostsee heimisch ist: den kleinen Schweinswal, der nur eine Länge von 1,80 Meter erreicht. Ein Schweinswal-Weibchen mit Jungem hängt als Abgusspräparat an der Wand.
Gegenüber ist eine Gruppe von fünf Delphinen angebracht. Die Thementafeln an den Wänden bieten eine Fülle von Einzelheiten zum Thema Wale – so eine Übersicht aller existierenden Arten und etwas über die optimale Anpassung dieser Säugetiere – Wale sind keine Fische! – an den Lebensraum Meerwasser.




