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Meeresschildkröten

Auf „Tuchfühlung“ können die Museumsbesucher mit den Meeresschildkröten durch das ca. 25 m² große „Schaufenster“ gehen
Auf „Tuchfühlung“ können die Museumsbesucher mit den Meeresschildkröten durch das ca. 25 m² große „Schaufenster“ gehen (Foto: J.-M. Schlorke)

Die Meeresschildkröten gehören seit Jahrzehnten zum Tierbestand des Aquariums. Seit Januar 2004 haben sie ein neues Domizil: Mit seinen 350 000 Litern ist das große Schildkrötenaquarium natürlich eine der Hauptattraktionen des Meeresmuseums. Die großen Schildkröten können jetzt artgerecht gehalten werden. Sie scheinen in dem viereinhalb Meter tiefen Wasserkörper zu schweben und können von den Besuchern durch die riesige, 21 Zentimeter starke Acrylglasscheibe, die 6 600 Kilogramm wiegt, bewundert werden.

 

Die Meeresschildkröten stehen ganz oben auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens und genießen damit, wenigstens formal, den höchsten Schutzstatus. Das kann leider nicht verhindern, dass trotzdem weiterhin Schildkröten geschlachtet, ihre Eier massenhaft abgesammelt oder neue Hotelanlagen an Strände gebaut werden, wo diese archaischen Reptilien seit Jahrtausenden ihre Eier eingraben. Auch als unbeabsichtigter Beifang in den immer größer werdenden Netzen verenden jährlich tausende Tiere.

 

Alle zwei bis drei Wochen sorgen Taucher bei den Meeresschildkröten für klaren Durchblick und putzen die Scheibe
Alle zwei bis drei Wochen sorgen Taucher bei den Meeresschildkröten für klaren Durchblick und putzen die Scheibe (Foto: J.-M. Schlorke)

Das Schildkrötenaquarium ist als Korallenriff gestaltet und beherbergt neben den Schildkröten auch eine Vielzahl anderer Arten kleinerer, dafür aber umso bunterer Korallenfische. Diese haben in dem Aquarium einen Lebensraum fast natürlicher Größe. So kann auch ein nahezu natürliches Verhalten beobachtet werden.

 

Fische, die sich in einem Aquarium üblicher Größe heftig bekämpfen würden, schwimmen in dem großen Aquarium einträchtig nebeneinander: Sie wissen, dass sie sich jederzeit aus dem Wege gehen können. So werden fast alle Arten auch in Stückzahlen gehalten, die auf Dauer eine Verpaarung ermöglichen. Auf Grund der Größe dieses Beckens konnten auch die Schwarzspitzen-Riffhaie erfolgreich integriert werden.