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Basispressetext

Meer hinter Klostermauern

 

Wenn Klostermauern reden könnten, dann hätten sie gewiss so einiges zu erzählen. Und ganz besonders das ehemalige Dominikanerkloster St. Katharinen in Stralsunds Altstadt, das schon diverse weltliche Nutzungen hinter sich hat. Kaum vorstellbar, dass hier Waffen lagerten, Waisenkinder vorübergehend ein Zuhause fanden, die Köpfe von Schülern rauchten; ja sogar Kohlköpfe sollen durch die Katharinenhalle gerollt sein.

 

Gegründet wurde das Kloster 1251 - wobei man sich hier auf eine Inschrift des Chorgestühls im ehemaligen Dominikanerkloster in Röbel bezieht, wo zu lesen ist: "Sundensis 1251". Im Jahre 1951 zog dann das von Prof. Dr. Otto Dibbelt gegründete Naturkundemuseum ein. Von 1972 bis 1974 erfolgte eine umfassende Sanierung der Katharinenhalle, wobei auch das außergewöhnliche Stabwerk eingebaut wurde. Dadurch entstanden drei Ausstellungsebenen, die es erst ermöglichten, umfangreiche Ausstellungen im Museum zu installieren.

 

So befinden sich im eher dunkel gehaltenen Erdgeschoss, neben den ersten tropischen Aquarien, Expositionen zu Meeresbiologie und Meereskunde sowie die geheimnisvolle Tiefseeabteilung. An diesen Bereich schließt sich der für viele Betrachter schönste Raum des Katharinenklosters an: der ehemalige Kirchenchor. Der Würde der Räumlichkeit angemessen thront über allem das beeindruckende Skelett eines Finnwals - 15 Meter lang und etwa 1 000 kg schwer. Das Knochengerüst wird von zwei dicken Stahlseilen gehalten, die im gotischen Deckengewölbe verschwinden. Kaum einer der Besucher weiß, dass über dem Gewölbe u. a. noch das originale Tretrad erhalten ist, mit dem die Mönche einst schwere Lasten in die Speicher hoch oben transportierten. Heutzutage befinden sich im Dachgestühl, das alleine ca. 15 Meter hoch ist,  Magazine mit umfangreichem Sammlungsgut des Museums.

 

Im ersten Obergeschoss widmet man sich der Fischerei. In dieser Etage bieten sich dem Besucher besonders schöne Einblicke, Durchblicke und Ausblicke auf die historische Bausubstanz. Entlang der gotischen Säulen ist erkennbar, dass das Ausstellungsstabwerk mehr oder weniger frei im Raum steht, von einigen notwendigen Befestigungen an den Wänden einmal abgesehen. Toll fügt sich auch ein originales Strandboot in die Fischereiausstellung ein - schaut man am aufgetakelten Segel empor, kann man den Blick über das schöne gotische Gewölbe schweifen lassen.

 

Auf der nächsten Etage - der Abteilung "Mensch und Meer" - mit den wohl schönsten Exponaten und Präparaten, die in der museumseigenen Präparationswerkstatt entstanden sind, sollte man ebenfalls einen Blick zur Decke werfen, insbesondere in der Nähe der Schildkrötenvitrine. Dort wurde im Jahr 2000 während der Restaurierung des Innenraums der Katharinenhalle eine Deckenmalerei frei gelegt - eine kleine Sensation. Bei genauer Betrachtung kann man eine Figur erkennen - mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Heilige Katharina, was ihre Attribute zerbrochenes Rad, Buch, Schwert und Krone vermuten lassen.

 

Folgt man weiter dem Rundgang, geht es nach Ostseeabteilung und Museumsshop vorbei am westlichen Kreuzganghof, bevor man das Mittelmeeraquarium im gotischen Gewölbekeller erreicht. Hier fühlen sich Goldbrassen, Rochen und Muränen sichtlich wohl in ihren Becken unter den weißgetünchten Gewölbedecken. Geht man weiter, folgt das Tropische Aquarium mit Haien, Seepferdchen, kleinen "Nemos" und Meeresschildkröten. Letztere bewohnen das Highlight des Aquariums - ein 350 000-Liter-Becken.

 

Das Stralsunder MEERESMUSEUM - eine gelungene Symbiose aus alt und neu. Die Moderne Stahlwerkskonstruktion fügt sich harmonisch in die alten Backsteinmauern. Übrigens, die insgesamt 30 Meter hohe denkmalgeschützte Katharinenhalle trägt das größte Ziegeldach Stralsunds auf ihren historischen "Backsteinschultern".

 

Neben dem MEERESMUSEUM befindet sich auch das Kulturhistorische Museum der Hansestadt Stralsund im Klosterkomplex - ganz nach dem Motto "Ein Kloster - zwei Museen". Die beeindruckende Größe der Klosteranlage ist aus normaler Besuchersicht kaum zu erfassen, dies ginge wohl nur aus der Vogelperspektive. Fakt ist, dass das ehemalige Katharinenkloster zu den großartigsten Klosteranlagen im Norddeutschen Raum zählt. Wegen seiner ehemaligen Bewohner, der schwarz gekleideten Dominikanermönche, wurde das Kloster in Stralsund auch "Schwarzes Kloster" genannt. Im Sinne des Deutschen Meeresmuseums kann man hier heute "Meer hinter Klostermauern" erleben - in dieser Art wohl einzigartig in Deutschland.