Willkommen im NATUREUM

Auf Sand gebaut? - Bergbau im Meer um jeden Preis?

19.04.12

Sandaufspülung am Strand von Göhren (Foto: Knut Sommermeier)

Am Mittwoch, 18.04.2012, fand in Stralsund das 13. Podiumsgespräch des Deutschen Meeresmuseums statt. Damit setzte das Museum seine Tradition von Veranstaltungen zu aktuellen, häufig kontroversen Themen rund um "Neues vom Meer" fort. Zur Thematik "Auf Sand gebaut? - Bergbau im Meer um jeden Preis?" konnte Organisatorin Ines Podszuck viele hochrangige Vertreter aus Politik, Ämtern, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Naturschutzorganisationen für einen konstruktiven, persönlichen Dialog gewinnen. Museumsdirektor Dr. Harald Benke betonte eingangs vor den rund 100 Teilnehmern die Funktion des Deutschen Meeresmuseums - entsprechend seines Bildungsauftrags - als Vermittler zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit und als Plattform für den Dialog.

 

Sand und Kiesgewinnung für Bauvorhaben an Land haben Auswirkungen auf die betroffenen Lebensräume im Meer und diese gelangen zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Die vielfältigen und teilweise weitreichenden ökologischen Folgen bedürfen einer eingehenden Untersuchung und Berücksichtigung der Ergebnisse bei der Nutzung der Rohstoffe im Meer. So waren sowohl nahe und ferne Auswirkungen der Gewinnung mariner Sande und Kiessande sowie die Regenerationsfähigkeit des Meeresbodens Gegenstand der neun Fachvorträge, die sich meist im speziellen der Situation in der Ostsee widmeten. Die betroffenen Habitate sind von großer Bedeutung für den Meeresnaturschutz während der Sand- und Kiesabbau zugleich als Wirtschaftsfaktor sowie für den Küstenschutz bedeutsam ist. Trotz der in diesem Spannungsfeld teilweise kontroversen Ansichten gelang es der Moderatorin Cornelia Dührsen vom NDR die Teilnehmer an der anschließenden Podiumsdiskussion in einen konstruktiven Dialog eintreten zu lassen, der sicherlich über den heutigen Tag hinaus geführt werden muss.

 

Text: Deutsches Meeresmuseum