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Vorpommersche Küstenfischerei

Blick in den historischen Fischerschuppen
Blick in den historischen Fischerschuppen (Foto: J.-M.Schlorke)

Am Besucherzentrum beginnt auch der Rundgang durch das NAUTINEUM. Ein Beschilderungssystem erleichtert die Orientierung. Alle Gebäude, Exponate und Exponatgruppen im Freigelände sind durch thematische Tafeln erläutert. Auf ihnen erhalten die Besucher mit Text, Grafik und Foto auch Informationen zu besonderen Sehenswürdigkeiten, die in ihrem Blickfeld liegen, sich aber außerhalb des NAUTINEUMs befinden (wie neuer Tonnenhof, Volkswerft und Strelasund).


Tritt der Gast aus dem Besucherzentrum ins Freigelände, so empfängt ihn ein aufgespanntes Modell eines Schleppnetzes, das die Dimension von Fanggeräten der heutigen Kutter-Schleppnetzfischerei verdeutlichen soll. Unmittelbar danach gelangt er zum Fischerschuppen. Derartige Schuppen ("Fischerhütten") dienten den Fischern in den Häfen oder an den Fischerplätzen als Lager für Fanggeräte und Zubehör, als Werkstatt, Aufenthaltsraum und "Büro". Der hier stehende Schuppen ist hauptsächlich ausgestattet mit dem vielfältigen Inventar, das 1999 aus einem kurze Zeit später abgerissenen Fischer schuppen in Glowe auf Rügen geborgen wurde. Seine Ausstattung entsprach etwa dem Stand derartiger Schuppen um 1980. Der am Hauptweg aufgestellte Kleinkutter FRE 71 "Stör" entspricht dem Typ jener aus Holz gebauten Kleinkutter, die seit vielen Jahrzehnten die wichtigsten Fangfahrzeuge für die "stille" Küstenfischerei sind. Mit solchen Kleinkuttern werden die Fanggeräte (Stellnetze, Reusen, Langleinen) ausgelegt, abgefischt oder eingeholt. Diese Kleinkutter haben einen fest eingebauten Motor und ein Ruderhaus. Die hier im NAUTINEUM gezeigten Kleinkutter kamen in den Bodden und vor der Außenküste zum Einsatz. Der"Stör" lag früher am Bollwerk des kleinen Fischerhafens von Freest bei Wolgast.

 

Die vor der Ausstellungshalle auf Resten einer Gleisanlage stehende Tonnenbahn (E-Lok einer Grubenbahn mit Hänger, beladen mit kleiner Fahrwassertonne) vermittelt den Besuchern einen Eindruck vom Alten Tonnenhof des Seehydrographischen Dienstes (SHD) Stralsund. Hier wurden von 1952 bis 1998 alle schwimmenden Schifffahrtszeichen des Reviers ausgerüstet und instand gesetzt. Eine thematische Tafel erläutert mit Text, Foto und Grafik das ehemalige Bild der Gebäude und Freianlagen des alten Tonnenhofes und deren Funktion.

 

Antriebsmotoren für Fischerboote am Rundweg durch das NAUTINEUM
Antriebsmotoren für Fischerboote am Rundweg durch das NAUTINEUM (Foto: J.-M. Schlorke)

Nach dem Verlassen der Ausstellungshalle "Deutsche Meeresforschungstechnik" trifft man auf zwei Tafeln zum neuen Tonnenhof des WSA Stralsund mit Erläuterungen zur Funktion der 1998 errichteten Gebäude und Anlagen auf der gegenüber liegenden Seite des Dänholmkanals. Weiterhin erhält man Informationen über die dort zeitweise liegenden Schiffe des Wasser- und Schifffahrtsamtes.


Die längs des Hauptweges aufgestellten, insgesamt 15 verschiedenen Antriebsmotoren für Fischerboote aus dem Sammlungsbestand des Deutschen Meeresmuseums sind Beispiele für die Verschiedenartigkeit der Motoren, die in der vorpommerschen Küstenfischerei seit Beginn der Motorisierung verwendet wurden.


Zwei große Flachwassertonnen mit Saugankern und Ankerketten sowie die aus zehn Fahrwassertonnen nahe der Bootshalle aufgebaute Tonnenstraße zeigen schwimmende Seefahrtzeichen als Originale. Die Tafeln "Schwimmende Schifffahrtszeichen" und "Betonntes Fahrwasser" erläutern den Einsatz von Tonnen als Schifffahrtszeichen zur Kennzeichnung des Fahrwassers und zur Markierung von Ansteuerungen, Gefahrenstellen und besonderer Gebiete.

 

Eine kleine historische Diesellok und der zugehörige, mit Faschinen beladene Hänger auf den Resten der Gleisanlagen der ehemaligen Tonnenbahn sind Exponate zum Thema "Wasserbau" bei der Errichtung fester Seezeichen.