Nordhof

Bevor die Gäste das MEERESMUSEUM besuchen, betreten sie den so genannten Nordhof. Mittelpunkt ist der Kutter ADOLF REICHWEIN, der dort schon seit über 40 Jahren als Wahrzeichen steht. Der Museumshof ist sowohl von der Mönchstraße als auch vom Bielkenhagen durch zwei Tore zugänglich. An der Ecke beider Straßen macht eine Vitrine zum Thema Schweinswale neugierig auf die meereskundlichen Ausstellungen.

Bereits auf dem Museumshof trifft man auf ein großes Exponat: Der 17-Meter-Holzkutter Adolf Reichwein SAS 95, ein originales, historisches DDR-Fischreifahrzeug. Er gehört zu den ersten Kuttern, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten Deutschlands entstanden sind und dokumentiert den schweren Neubeginn der DDR-Hochseefischerei. Das 1949 auf der Boddenwerft in Damgarten gebaute Schiff fuhr bis 1969 zum Fischfang auf Nord- und Ostsee. Es wurde 1973 mit beachtlichem Aufwand in den Museumshof überführt und als technisches Denkmal restauriert. Der Kutter trägt schon seit seiner Indienststellung den Namen eines 1944 ermordeten Museumspädagogen und Antifaschisten: Adolf Reichwein.

Das Kloster St. Katharinen wurde 1251 von Dominikanermönchen gegründet. Kurz danach begann bereits der Bau der frühgotischen Hallenkirche, der so genannten Katharinenhalle. Während der Reformation, im Jahre 1525, wurden die Mönche aus Stralsund vertrieben, die Klostergebäude fielen an die Stadt. Viele Generationen nutzten das Bauwerk profan, verursachten immer neue Schäden und gaben es innen wie außen dem Verfall preis. Die Klostergebäude dienten als Waisenhaus, Lazarett oder Gymnasium. Erst 1924 bezog das Kulturhistorische Museum einen Teil des Klosters. Die Katharinenhalle war Jahrhunderte Silo, Arsenal, Gemüselager und sogar Pferdestall. Sie befand sich bei der Übernahme durch das Museum ein einem beklagenswerten Zustand.