Geologie am Ostseestrand

In vier Vitrinen werden Ausschnitte von charakteristischen Stränden an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt.

Die meisten Steilufer an der südlichen Ostseeküste bestehen aus Geschiebemergel. Er wurde in der Eiszeit aus Grundmoräne unter dem Inlandeis gebildet.

Mergel ist ein Gemisch aus Ton und Kalk. Geschiebemergel enthält viel Sand und Kies. Außerdem stecken in ihm die Geschiebe, wie die Rosinen im Kuchen. Der graue Geschiebemergel verwittert am Steilufer oft zu braunem Geschiebelehm.

Geschiebe sind Gesteine sehr unterschiedlicher Art. Sie wurden vom Eis aus Skandinavien oder aus dem Ostseeraum hierher geschoben.

Werden die Steilufer aus Geschiebemergel oder Geschiebelehm vom Meer abgetragen, so bleiben die Geschiebe am Strand zurück. Größere Geschiebe nennt man auch "Findlinge".

Besonders interessant sind hier Sedimentgesteine mit Fossilien.

Auf den Inseln Rügen und Mön gibt es Steilufer aus weißer Schreibkreide. Dieser erdige Kalkstein wird deshalb als Schreibkreide bezeichnet, weil man früher daraus Tafelkreide herstellte.

Die Schreibkreide entstand vor etwa 80 Millionen Jahren, gegen Ende der Kreidezeit, in einem warmen, flachen Meer. Sie enthält etwa 98% Kalk und besteht fast ausschließlich aus Kalkschalenresten winziger Meeresorganismen.

Die weiße Schreibkreide besteht hauptsächlich aus mikroskopisch kleinen Kalkschalen, den Resten einzelliger Organismen, die im Kreidemeer lebten. Die etwas größeren Schalenreste anderer Tiergruppen findet man, wenn die Kreide vom Wasser aufgeschlämmt wird. Diese kleinen weißen Fossilien liegen dann zwischen dem Sand und Kies, der fleckenweise zwischen den Feuersteingeröll am Strand zu finden ist.

Der Strandsand an der Ostseeküste besteht fast ausschließlich aus Quarzkörnern. Sie sind weißlich und farblos. Einzelne dunkle Sandkörner bestehen meist aus Magnetit oder Granat.

Sandstrände findet man besonders an Flachküsten, die vom Meer aufgeschüttet wurden. Der Sand stammt ursprünglich von den Steilufern. Dort trägt ihn das Wasser ab und verfrachtet ihn parallel zur Küste.

Im beständigen Wellenschlag werden die einzelnen Sandkörner sehr gut sortiert. Wird der Sand am Ufer ausgeworfen, so entsteht ein Sandstrand. Ein Teil des Strandsandes wird vom Wind landeinwärts geweht und zu Dünen angehäuft.

Charakteristisch für Sandstrände ist Bernstein, der nach Stürmen ausgeworfen wird.