Tiefseesaal

Im Dämmerlicht des Tiefseesaales erleben Sie die bizarren Bewohner und Besonderheiten dieses Lebensraumes. Wer vermutet schon, dass ein verendeter und zum Meeresboden gesunkener Wal bis zu 60 Jahre Energiequelle ist für Tiefseehaie, Schleimaale und Riesenasseln? Das MEERESMUSEUM zeigt im neuen Tiefseesaal u. a. die in Deutschland bislang einzigartige Nachbildung eines Vampir-Tintenfisches.

Der Vampirtintenfisch Vampyroteuthis infernalis lebt in Tiefen bis zu 1 000 Metern. Wörtlich übersetzt lautet sein lateinischer Name "Vampir-Tintenfisch aus der Hölle". Spannt er die Häute zwischen seinen acht Armen auf, geben sie ihm das Aussehen eines Vampirs. Feinde verwirrt er mit kurzzeitig ausgesandten Lichtsignalen oder Wolken aus leuchtender "Tinte".

In die Tiefsee dringt kein Sonnenlicht - trotzdem ist es nicht absolut dunkel. Überall blitzt, blinkt und leuchtet es. So locken Tiere Beute an, täuschen Fressfeinde und senden Signale an Artgenossen. Viele Organismen erzeugen mit Leuchtorganen ihr eigenes Licht. Ein besonders helles Licht produzieren bei einigen Arten Leuchtbakterien.

Auf dem Meeresboden sind Walkadaver wie Oasen in der Wüste: Für Jahrzehnte bieten Sie Nahrung und Lebensraum für mehr als 200 Tierarten. Angelockt vom Verwesungsgeruch finden Haie, Schleimaale und Krebse den Kadaver, Asseln und Schnecken folgen. Zum Schluss verwerten Muscheln, Würmer und Bakterien das Fett in den Knochen.