Wale und Delfine

Im Chor der Katharinenhalle stehen Besucher unter einem 15 Meter langen Skeletts eines Finnwals, welches 1825 vor Hiddensee geborgen wurde. Auch das dort ausgestellte Skelett eines Entenwals strandete 1993 vor Hiddensee. Diese und weitere beeindruckende Exponate von Walen und Delfinen erwarten Besucher im einstigen Kirchenchor.

Unter den zahlreichen - historischen und aktuellen - Sichtungen und Walfunden in der Ostsee, die bislang vom Deutschen Meeresmuseum dokumentiert und gesammelt wurden, befinden sich auch immer wieder Delfine. So auch die Skelette von zwei Weißschnauzendelfinen, die aus den 90er Jahren stammen. Das im MEERESMUSEUM in der Delfinvitrine ausgestellte Exemplar wurde 1975 in den Boddengewässern vor Neuendorf auf der Insel Hiddensee entdeckt. Es war ein 2,70 Meter großes, ca. 200 Kilogramm schweres, weibliches Tier. Der Kadaver musste wegen des hohen Verwesungsgrades noch vor Ort skelettiert werden. Nur wenige Tage zuvor wurde vermutlich derselbe Delfin im Strelasund gesehen, wo er mehrmals aus dem Wasser sprang. Die Museumspräparatoren haben das Tier für die Schauvitrine nachgebildet, in der auch das Original-Skelett gezeigt wird. Im Vergleich dazu „schwimmt“ daneben ein Gewöhnlicher Delfin und das Schnittpräparat eines Schweinswals gibt Einblicke ins Innere der Meeressäuger.   

Das historische Finnwal-Skelett im Chor der Katharinenhalle und die in einer Schauvitrine darunter ausgestellten Riesen-Organe erscheinen wie eine logische Einheit. Obwohl alle Exponate von dem 1825 an der Westküste Rügens gestrandeten Finnwal stammen, ist ihre gemeinsame Präsentation keineswegs so selbstverständlich. Das Skelett wie die Innereien erlebten eine lange, verwirrende Odyssee über unterschiedliche Stationen, bis sie dank einiger Zufälle wieder im Deutschen Meeresmuseum zusammenfanden. Erst 1978 kamen einige Organe des Finnwals - der Penis, die Luftröhre und der Aortenbogen - in Folge wissenschaftlicher Tauschaktivitäten nach Stralsund. In dieser Zeit war die Umgestaltung des einstigen Natur-Museums zu einem Meeresmuseum in vollem Gange und nicht mehr benötigte Sammlungsbestände wurden gegen meeresbiologische Exponate eingetauscht.