Wanderausstellungen

Das Deutsche Meeresmuseum hat diverse Sonderausstellungen konzipiert, die nun auf Wanderschaft in Partnereinrichtungen sind. Wenn Sie eine der spannenden Wanderausstellungen in Ihrem Haus zeigen möchten, dann kontaktieren Sie bitte unseren Ausstellungskoordinator.

Wussten Sie, dass Kegelrobben die größten Raubtiere Deutschlands sind? Und hätten Sie gedacht, dass diese Meeressäugetiere täglich bis zu 100 Kilometer schwimmen und ein Alter von 30 Jahren erreichen können? Noch mehr Daten und Fakten enthält die Wanderausstellung des Deutschen Meeresmuseums „Wir sind zurück“ - Rückkehr der Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste. Die Ausrottung, die Biologie und Ökologie, die Forschung und der Schutz sowie die Rückkehr und Geschichte der Kegelrobben bilden die vier Themenschwerpunkte.

Nachdem diese Art kurz vor der Ausrottung stand, vermehren sich die Tiere nun wieder überwiegend in der nördlichen Ostsee. Die ostseeweiten Zählungen verzeichnen heute mehr als 24 000 Tiere. Im Greifswalder Bodden können Kegelrobben mittlerweile ganzjährig beobachtet werden. Die Rückkehr dieser in der südlichen Ostsee stark bedrohten Tierart bedarf einer ausführlichen Information der Öffentlichkeit, um die Wiederansiedlung sowie ein konfliktloses Zusammenleben zwischen Mensch und Tier bestmöglich zu fördern, z. B. über Info-Tafeln an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns mit Verhaltensregeln in Bezug auf die Kegelrobben.

Das Projekt wird finanziert und unterstützt durch die Stiftung Deutsches Meeresmuseum, die OZEANEUM Stralsund GmbH, Bingo! Die Umweltlotterie, das Bundesamt für Naturschutz (BfN), den WWF, das Biosphärenreservat Südost-Rügen, das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V sowie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) und den Förderverein Deutsches Meeresmuseum e. V. Die neue Wanderausstellung wird entlang der deutschen Ostseeküste unterwegs sein.

In der Ostsee gehen jährlich tausende Fischernetze verloren. Allein vor den deutschen Küsten sind die Positionen von hunderten verlorenen Netzen belegt. Im Jahr 2013 wurde ein Projekt zur Dokumentation der „Geisternetze“ gestartet. Forschungstaucher dokumentierten innerhalb eines Jahres rund um die Insel Rügen 28 Hindernisse – zumeist Wracks – an denen Netze verloren gingen. Die Untersuchungen bilden eine wichtige Grundlage zur Bergung der Netze, die ein erheblicher Teil des weltweiten Müllproblems in den Meeren sind. Die Projektergebnisse sind erstmalig in der Wanderausstellung „Geisternetze“ zu sehen, die ein Gemeinschaftsprojekt von WWF Deutschland, archaeomare e. V. sowie Deutsches Meeresmuseum ist und von der Schweizer Drosos Stiftung sowie dem Umweltbundesamt unterstützt wurde.

Zahlreiche großformatige Fotos zeigen u. a. ein Netz aus Nylonfäden, das für eine Eisente zur tödlichen Falle wurde; einen noch lebenden Seeskorpion, der sich in einem Geisternetz verfangen hat und an Strand gespülte Netzreste. Vitrinen und Großexponate, wie z. B. eine Netzegge zum Bergen von Netzen, das Modell eines Lummenfelsens auf Helgoland und eine Messstation zur Maschenweite von Fischernetzen, ergänzen die Fotodokumentation. 

Das Deutsche Meeresmuseum und der Verein archaeomare e. V. haben in Kooperation mit den Nationalparken Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund in den letzten Jahren im Rahmen des Projektes „Ostseedokumentation“ umfangreich Unterwasserfotos und Videos erstellt. Anlässlich des diesjährigen 25. Gründungsjubiläums der Nationalparke ist geplant, den Foto- und Filmbestand zu erweitern. Im Fokus stehen die Dokumentation der submarinen Kreideriffe vor Jasmund, der Prerowbank und des Seegebietes westlich und südlich des Darßer Ortes. Erste Ergebnisse werden in dieser Fotoschau präsentiert.  

Wussten Sie, dass der größte Fisch Deutschlands mit bis zu sechs Meter Länge und 400 Kilogramm Gewicht der Europäische Stör ist? Hätten Sie vermutet, dass der weiße Kaviar als teuerstes Lebensmittel der Welt im Guinnessbuch der Rekorde steht? Oder ist Ihnen bekannt, dass der Seestör 167 Jahre alt werden kann und damit zu den langlebigsten Fischen der Welt gehört? Diese Kuriositäten und weitere Themen greift die neue Sonderausstellung „Die Rückkehr der Störe“ auf.

Die einst heimischen Störarten sind in Deutschland ausgestorben. Wie sie mit großen Anstrengungen in unseren Flüssen wieder angesiedelt werden, zeigt die neue Exposition. Weltweit gibt es 27 Störarten. Davon sind mehr als die Hälfte vom Aussterben bedroht. Der Europäische und der Baltische Stör – unsere heimischen Arten – sind wegen Überfischung, Umweltverschmutzung und Veränderung der natürlichen Habitate aus Deutschland verschwunden. In Kooperation mit anderen europäischen Ländern wird bereits seit den 1990er Jahren an der Wiederansiedlung dieser faszinierenden Fische gearbeitet. Ziel ist die Wiederherstellung von sich selbst erhaltenden Populationen in ihren ehemaligen Verbreitungsgebieten.

Die Wanderausstellung gibt einen Einblick in diese Arbeiten und zeigt an authentischen Exponaten und originalgetreuen Nachbildungen die Besonderheiten der Störe sowie ihre Bedeutung in der Geschichte. Hierbei darf die Erwähnung des dienstältesten „Mitarbeiters“ des Deutschen Meeresmuseums – ein Russischer Stör, auch Waxdick genannt – keinesfalls fehlen. Der Fisch wurde 1968 von einem Usedomer Fischer gefangen, der das Tier an das Aquarium des MEERESMUSEUMs übergab. Dort drehte der Waxdick seine Runden bis er 2008 ins Flussmündungsbecken im Ostseeaquarium des OZEANEUMs Stralsund umzog und sich seit mittlerweile 47 Jahren immer noch bester Gesundheit erfreut.

Das Ausstellungsprojekt wurde gefördert vom Deutschen Meeresmuseum, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Forschungsstiftung Ostsee, der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. und dem Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).