Wanderausstellungen

Das Deutsche Meeresmuseum hat diverse Sonderausstellungen konzipiert, die nun auf Wanderschaft in Partnereinrichtungen sind.

Zum dritten Mal eröffnete der Verbund von Naturmuseen der Nord-Ostseeregion (NORe) am 27.02.2020 seine Ausstellung „Land – Küste – Meer“, diesmal im Museum Natur und Umwelt in Lübeck. Das Deutsche Meeresmuseum beteiligt sich mit Exponaten und einem Modul über die Schweinswalforschung.

Welche Aufgaben haben Naturkundemuseen, wozu dienen ihre wissenschaftlichen Sammlungen und was zeichnet ihre Forschung aus?

In der Sonderausstellung „Land – Küste – Meer“ geben die elf Museen und Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Verbundes der Nord- und Ostseeregionen (NORe) mit ihrer gemeinsamen Ausstellung Einblicke in ihre Arbeit und ihre „Schatzkammern“.

„Land – Küste – Meer“ ist ein Ausstellungsprojekt von NORe, dem Museumsverbund der Nord- und Ostseeregion mit den folgenden Partnern: Naturkunde-Museum Bielefeld, Staatliches Naturhistorisches Museum Braunschweig, Übersee-Museum Bremen, Zoologisches Institut und Museum der Universität Greifswald, Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg, Zoologisches Museum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Museum für Natur und Umwelt Lübeck, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, Zoologische Sammlung der Universität Rostock, Deutsches Meeresmuseum Stralsund und Müritzeum in Waren (Müritz).

Am Deutschen Meeresmuseum koordiniert Dr. Götz-Bodo Reinicke die Vereinsarbeit. Sein Fazit: „Im NORe-Verbund kooperieren Kollegen der norddeutschen Naturmuseen und unterstützen sich gegenseitig. Die Ausstellung in Lübeck gehört, neben den laufenden Forschungsprojekten, zu den gemeinsamen Projekten der Vereinsmitglieder für die Öffentlichkeit.“

In der Ausstellung wird ein Kooperationsprojekt zwischen archaeomare e. V. - Institut für marine und maritime Forschung und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund vorgestellt.

Seit 2008 erkunden und untersuchen die Forschungs- und Sporttaucher beider Institutionen die marinen Ökosysteme in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern. Der Fokus der Untersuchungen lag auf der Dokumentation der Gewässer um die Insel Rügen. Ziel der Tauchexpedition war es, die verschiedenartigen Lebensräume mit moderner Kameratechnik zu dokumentieren. Mit dem entstandenen Bild- und Filmmaterial wird die schützenswerte Unterwasserflora und -fauna dargestellt.

Darüber hinaus wurden durch die Taucher teilweise wenig bekannte geologische Besonderheiten, wie die Kreideriffe vor Arkona und dem Königsstuhl, Torfbänke, unterseeische Steinfelder und ausgedehnte Sandflächen, erfasst. Aber auch die Dokumentation von Schiffswracks als Lebensräume und als historische Sachzeugnisse nahmen in dem Projekt einen wesentlichen Bestandteil ein.

Bei ihren Einsätzen stießen die Unterwasserforscher auch vielfach auf Umweltprobleme. In separaten Projekten machten die Taucher auf die Geisternetze aufmerksam; Fischernetze, die teilweise vor vielen Jahrzehnten verloren gingen und als Müll und Falle für Fische, Seevögel und marine Säuger die Ostsee auch noch heute stark belasten. Ein anderes Problem sind Köder und andere Hinterlassenschaften der Freizeitfischerei, die durch einen starken Anstieg des Angeltourismus auch zunehmend die Ostsee verschmutzen.

Die Tauchuntersuchungen wurden umfangreich durch das Nationalparkamt Vorpommern und das Umweltbundesamt unterstützt. Eine mehrfache Förderung des in ehrenamtlicher Tätigkeit durchgeführten Dokumentationsprojektes erfolgte durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung mit Mitteln von Bingo! Die Umweltlotterie.

Auf über 50 großformatigen Unterwasserfotos, mit einem für die Ausstellung produzierten Film und mit vier gestalteten Vitrinen wurde vom 1. November 2018 bis zum 31. März 2019 von den Entdeckungen in der Ostsee berichtet.

Wussten Sie, dass Kegelrobben die größten Raubtiere Deutschlands sind? Und hätten Sie gedacht, dass diese Meeressäugetiere täglich bis zu 100 Kilometer schwimmen und ein Alter von 30 Jahren erreichen können? Noch mehr Daten und Fakten enthält die Wanderausstellung des Deutschen Meeresmuseums „Wir sind zurück“ – Rückkehr der Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste. Die Ausrottung, die Biologie und Ökologie, die Forschung und der Schutz sowie die Rückkehr und Geschichte der Kegelrobben bilden die vier Themenschwerpunkte.

Nachdem diese Art kurz vor der Ausrottung stand, vermehren sich die Tiere nun wieder überwiegend in der nördlichen Ostsee. Die ostseeweiten Zählungen verzeichnen heute mehr als 24 000 Tiere. Im Greifswalder Bodden können Kegelrobben mittlerweile ganzjährig beobachtet werden. Die Rückkehr dieser in der südlichen Ostsee stark bedrohten Tierart bedarf einer ausführlichen Information der Öffentlichkeit, um die Wiederansiedlung sowie ein konfliktloses Zusammenleben zwischen Mensch und Tier bestmöglich zu fördern, z. B. über Info-Tafeln an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns mit Verhaltensregeln in Bezug auf die Kegelrobben.

Das Projekt wird finanziert und unterstützt durch die Stiftung Deutsches Meeresmuseum, die OZEANEUM Stralsund GmbH, Bingo! Die Umweltlotterie, das Bundesamt für Naturschutz (BfN), den WWF, das Biosphärenreservat Südost-Rügen, das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V sowie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) und den Förderverein Deutsches Meeresmuseum e. V. Die neue Wanderausstellung wird entlang der deutschen Ostseeküste unterwegs sein.

Das Deutsche Meeresmuseum und der Verein archaeomare e. V. haben in Kooperation mit den Nationalparken Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund in den letzten Jahren im Rahmen des Projektes „Ostseedokumentation“ umfangreich Unterwasserfotos und Videos erstellt. Anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Nationalparke in 2015 ist geplant, den Foto- und Filmbestand zu erweitern. Im Fokus stehen die Dokumentation der submarinen Kreideriffe vor Jasmund, der Prerowbank und des Seegebietes westlich und südlich des Darßer Ortes. Erste Ergebnisse werden in dieser Fotoschau präsentiert.  

In der Ostsee gehen jährlich tausende Fischernetze verloren. Allein vor den deutschen Küsten sind die Positionen von hunderten verlorenen Netzen belegt. Im Jahr 2013 wurde ein Projekt zur Dokumentation der „Geisternetze“ gestartet. Forschungstaucher dokumentierten innerhalb eines Jahres rund um die Insel Rügen 28 Hindernisse – zumeist Wracks – an denen Netze verloren gingen. Die Untersuchungen bilden eine wichtige Grundlage zur Bergung der Netze, die ein erheblicher Teil des weltweiten Müllproblems in den Meeren sind. Die Projektergebnisse sind erstmalig in der Wanderausstellung „Geisternetze“ zu sehen, die ein Gemeinschaftsprojekt von WWF Deutschland, archaeomare e. V. sowie Deutsches Meeresmuseum ist und von der Schweizer Drosos Stiftung sowie dem Umweltbundesamt unterstützt wurde.

Zahlreiche großformatige Fotos zeigen u. a. ein Netz aus Nylonfäden, das für eine Eisente zur tödlichen Falle wurde; einen noch lebenden Seeskorpion, der sich in einem Geisternetz verfangen hat und an Strand gespülte Netzreste. Vitrinen und Großexponate, wie z. B. eine Netzegge zum Bergen von Netzen, das Modell eines Lummenfelsens auf Helgoland und eine Messstation zur Maschenweite von Fischernetzen, ergänzen die Fotodokumentation.