Geschichte der Fischerei

Seit Jahrtausenden - schon seit der Steinzeit - fischt der Mensch im Meer. Anfangs natürlich nur an der Küste. Dazu verwendete er einfach Fanggeräte, die sich im Laufe der Jahre weiterentwickelten. Vitrinen zeigen Fanggeräte, Fischereizubehör und Fischereidokumente au dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Relikte der frühen Fischereigeschichte sind in einer Schauvitrine der Fsicereiausstellung des MEERESMUSEUMs zu sehen. Diese vermitteln Einblicke in die urzeitlichen Fangmethoden. Der Angelerfolg war seinerzeit noch stark abhängig von der Geschicklichkeit der Fischer und Jäger. Mit angespitzten Holzspeeren nach stehenden Fischen zu zielen, war nicht leicht, weil durch die Lichtbrechung die Position des Fisches verfälscht wird. So gab es bald doppelte oder dreifache Zinken am Ende des Speeres, um den Fangerfolg zu verbessern. Für größere Wassertiefen wurden daneben Angelhaken aus Röhrenknochen und aus Hirschgeweih gefertigt.

Das Reusenboot ERIKA wurde 1924 gebaut. Beachtliche 6,95 Meter lang, 2,45 Meter breit und mit einer Masthöhe von 6,70 Meter nötigt das traditionelle Kielboot den Besuchern auch heute noch seinen Respekt ab. Es gehörte schon seinerzeit zu den größeren heimischen Arbeitsbooten, mit denen die Fischer in den küstennahen Gewässern auf Fang gingen. Nur wenig seegängig, waren diese geruderten und manchmal mit einfachen Segeln ausgerüsteten Arbeitsboote doch bestens für den Fischfang im Bodden geeignet. Vor dem Einzug ins MEERESMUSEUM vor 38 Jahren kam die BREG 13 als Strandboot zur Arbeit an den Reusen zum Einsatz.

Wie? Können Heringe telefonieren? Oder kann man mit Heringen telefonieren? Man kann, würden die Fischer früherer Generationen sagen. In der Fischereiausstellung des MEERESMUSEUMs ist darum ein traditionelles Heringstelefon zu bewundern. In den Zeiten, als Echolote noch nicht zur Standardausrüstung eines jeden Anglers gehörten, mussten sich die Küstenfischer auf andere Art behelfen, um die begehrten Heringsschwärme ausfindig zu machen. Eine entscheidende Frage in der Fischerei ist stets: „Wo ist der Fisch?“ Da dieser unter Wasser sehr gut verborgen ist, brauchte es kreative Mittel und Möglichkeiten.

Tonnenschwer wirken die massigen Eisenkugeln des Rollengeschirrs, die großen, runden Scherrbretter und die mächtigen Stahlketten. Die Kugeln erinnern auch an Wasserminen oder Bomben. Doch gesprengt wird damit nicht, obwohl Fischer die enormen Gewichte samt Rollen auch unter der Bezeichnung „Bombergeschirr“ kennen. Schleppnetze, wie sie heute in Gebrauch sind, haben mittlerweile solch enorme Dimensionen, dass man nur noch verkleinerte Modellnachbildungen zeigen kann. Sogar in der weitläufigen Katharinenhalle des MEERESMUSEUMs sind nur die massiven Teile eines dieser riesigen Fangnetze im Original ausgestellt.

Ein Prachtexemplar von Dorsch zeigt die Fischereiausstellung in der Katharinenhalle. 1983 in der südlichen Ostsee gefangen, sind Dorsche solcher Größe kaum 30 Jahre später eine Seltenheit geworden. Auch in diesen Zeiten gab schon industrielle Fischerei und auch Raubbau an den aber noch großen Beständen. So konnte der Dorsch in der Ostsee dem Fischereidruck damals noch standhalten und viele Exemplare wurden wesentlich älter und größer. Damit war auch ausreichend Nachwuchs garantiert und der Fortbestand seinerzeit noch gesichert. Die riesigen Schleppnetze der kommerziellen Hochseefischerei jedoch nehmen heute dem Dorsch immer mehr die Chance, seine Art zu reproduzieren.