Meereskunde und -biologie

Der erste Eindruck beim Betreten des MEERESMUSEUMs wird bestimmt von der gotischen Architektur und dem ungewöhnlichen Einbau des Raumstabwerks. Es unterteilt den Innenraum der dreischiffigen gotischen Hallenkirche in drei Ausstellungsebenen. Dieser Einbau berührt das historische Bauwerk selbst nicht, erlaubt dafür aber viele interessante Durchblicke und beginnt mit der vielfältigen Ausstellung zur Meereskunde und Meeresbiologie.

Gleich beim Eintritt ins MEERESMUSEUM bekommt der Besucher einen Eindruck davon, was ihn erwartet. Ein imposanter Globus zeigt, dass die Erde eigentlich wie eine Wasserkugel erscheint. Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt, an manchen Stellen sogar bis über 10 Kilometer tief. Dieses und andere wissenswerte Fakten erfährt der interessierte Betrachter auf der ringförmigen Beschriftungstafel. Bislang musste noch jeder Besucher seit Eröffnung der Katharinenhalle 1974 diesen Globus passieren. Vom ersten Tag an steht die rotierende Erdkugel im Foyer und hat während der Öffnungszeiten nie aufgehört, sich zu drehen. Sie kam seither auf mehr als 6,8 Millionen Umdrehungen. Angetrieben wird Sie durch einen E-Motor im Innern.

Jeder weiß: Meerwasser ist salzig. Wie viel Salz tatsächlich in einem Kubikmeter Ozeanwasser gelöst ist, demonstriert - in einem sich drehenden Glaskubus entsprechender Größe - der große Salzbrocken. Er wiegt 36 Kilogramm! Die Weltmeere enthalten so viel Salz, dass man das Festland der Erde mit einer 150 Meter dicken Schicht bedecken könnte. Im Brackwasser der Ostsee vor Rügen sind allerdings nur etwa zehn Kilogramm Salz in einem Kubikmeter Wasser gelöst - zehn gramm pro Liter.

Tief, tiefer, am tiefsten galt über lange Zeit als größtes Ziel im wissenschaftlichen Wettbewerb der Tiefseeforschung. Diese Episode in der Geschichte der Tauchboote ist im MEERESMUSEUM anhand des Modells der „Trieste“ festgehalten. Seit 1937 beschäftigte sich der Vater Auguste Piccard mit dem bemannten Tiefseetauchen. 1952 wurde die Konstruktion der „Trieste“ in Italien umgesetzt und bereits 1953 konnte sie vom Stapel laufen. Ihre Maße waren beachtlich: über 18 Meter lang, rund 3,50 Meter breit und mehr als 5 Meter hoch. Seinen Namen erhielt das Tauchboot von der gleichnamigen Stadt in Norditalien. Nach anfänglichen Tauchgängen in Tiefen von mehr als 3000 bis 4000 Metern gelang nach weiteren Konstruktionsverbesserungen dann der spektakuläre Tauchrekord im Pazifischen Ozean.  

Eine der größten Museumsvitrinen Deutschlands beeindruckt im MEERESMUSEUM mit der etwa fünf Meter hohen Nachbildung eines Korallenriffs. Alle 20 Minuten werden im Zeitraffer durch 2 500 energiesparende LEDs und 125 Spot-Strahler Tag und Nacht im Riff simuliert. Der gleichzeitig laufende Hörtext vermittelt Wissenswertes über das Ökosystem Korallenriff und seine Bewohner. Geschützt wird das fragile Riff durch einen neun Meter hohen Vitrinenkoloss aus Glas und Stahl. Der im Maßstab 1:1 dargestellte Korallenriffpfeiler ist der größte seiner Art in Europa und wird seit über 30 Jahren im MEERESMUSEUM gezeigt. Von 2011 bis 2014 wurde er umfassend überarbeitet und neu gestaltet. Die Präparate stammen von Museumsexpeditionen an das Rote Meer 1976 und 1979 sowie aus vom Zoll beschlagnahmten Souvenir-Korallen.