Mensch und Meer

Diese Ausstellung beginnt mit einer Symbolik: Auf einer Seite das bunte, vielfältige Leben im gesunden, vom Menschen ungestörte Korallenriff - auf der anderen Seite das geschädigte, kranke Riff. Damit wird der Leitgedanke diese Exposition "Ein gesundes Meer - Voraussetzung für das Leben auf der Erde!" versinnbildlicht. Sie zeigt zudem unter anderem die folgenden beeindruckenden Exponate.

Drei Monate Arbeit und zahlreiche Arbeitsschritte stecken in dem Präparat des Eisbären - einer sogenannten Dermoplastik, bei der das Fell über einem originalgetreuen Kunststoffkörper fixiert wurde. Unzählige Nadeln auf dem Fell halfen, um es auf der künstlichen Muskulatur so lebensecht wie möglich zu platzieren. Für dieses ebenso wie für alle anderen Exponate, studieren die Präparatoren des Deutschen Meeresmuseums Filmaufnahmen und Fotos der zu präparierenden Tiere. Wenn möglich, beobachten sie auch in der Natur die Körpermerkmale, Bewegungen und das Verhalten von lebenden Walen, Robben oder anderen Meeresbewohnern. Zusammen mit den Ausstellungsplanern wird dann beraten, wie und in welcher Situation das Exponat dargestellt wird.

Gotteslachse fallen ähnlich den Mondfischen durch ihre flache und annähernd kreisrunde Körperform auf. In einer Schauvitrine in der Katharinenhalle des MEERESMUSEUMs sind beide Fische aus dem Atlantik auch gemeinsam zu sehen. Ausgewachsene Gotteslachse können eine Körperlänge von bis zu 1,80 Meter erreichen. Sie ziehen meist als Einzelgänger durch die Meere und deren Gestalt weicht von der sonst üblichen Torpedoform anderer Fischarten ab.

Immer wieder verirren sich Tiere aus anderen Meeresregionen in die Ostsee, doch selten ist das Aufsehen so groß wie im Oktober 1965 in Stralsund. Nur 5 Kilometer von Stralsund entfernt war Fischern eine 2,15 Meter lange und 450 Kilogramm schwere Lederschildkröte ins Netz gegangen. Das Weibchen war der bislang einzige bekannte Fund dieser Art in der Ostsee. Das in tropischen und subtropischen Gewässern heimische Tier war stark unterkühlt und konnte noch drei Tage im Rostocker Zoo lebend gezeigt werden. Der Kadaver mit dem eher weichen, lederartigen Panzer kam dann zurück nach Stralsund, wurde untersucht und aufwendig präpariert.

Kaiserpinguine sind mit bis zu 130 Zentimeter Körpergröße die größte aller Pinguinarten. Diese bewundernswerten Bewohner der antarktischen Eiswüste unternehmen wohl lebensgefährlichste und klimatisch extremste Wanderung aller Erdbewohner. Tatsächlich müssen die Kaiserpinguine im Verlauf ihrer Brutzeit einen bis zu 100 Kilometer langen Hin- und Rückweg zwischen den weit entlegenen Brutplätzen und dem offenen Meer bewältigen. Durch unwegsames Eis, heftige Schneestürme und bei teilweise 100° C unter dem Gefrierpunkt. Diese lange, gefährliche Wanderung stellt die Eltern wie später auch die Jungtiere vor eine harte Bewährungsprobe.

Das ungewöhnliche Meerestier lebt ausschließlich vor der japanischen Küste in Tiefen zwischen 50 und 300 Metern. Mit ihrer enormen Größe und dem spinnenartigen Aussehen erscheint sie wie ein Fabelwesen. Und könnte man dieser bizarren Kreatur an Land begegnen, wäre ihr Bestand sicherlich längst gefährdet. Der unzugängliche Lebensraum der Riesenkrabbe und ihr wenig schmackhaftes Fleisch aber schützen sie vor allzu großer Nachstellung. Warum diese seltenen Tiefseekrebse diese Größe erreichen, ist unbekannt. Sie gehören damit aber zu den größten Gliedertieren der Welt. Insbesondere bei den männlichen Artgenossen können die vorderen Scherenbeine eine Spannweite bis zu 3,70 Meter erreichen. Die der Weibchen sind wesentlich kürzer. Das Exponat im MEERESMUSEUM ist demnach eine männliche Riesenkrabbe.