Lederschildkröte „Marlene“

Ein halbes Jahrhundert gehörte das Modell der Lederschildkröte „Marlene“ zu den Besucherlieblingen im MEERESMUSEUM.

Während der Schließung des Museums geht es nun auf Reise und wird künftig im Staatlichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig zu sehen sein. 

Nach der Modernisierung des MEERESMUSEUMs kehrt „Marlene“ wieder nach Stralsund zurück. Ab 2023 soll sie nicht nur in einer Vitrine zu bestaunen sein, sondern auch in Bronze als betastbares Modell die Gäste begrüßen.

Bronze für „Marlene“

Im vielbesuchten Museum wird dem Modell einiges abverlangt. Deshalb fiel für dieses Exponat zum Anfassen die Entscheidung auf Bronze, robustes und strapazierfähiges Material. 

Kunstgießer Wolfgang Gregor nahm im Dezember 2019 in der Ausstellung des MEERESMUSEUMs Silikonabdrücke von dem 2,15 Meter langen Modell. Auf dieser Basis fertigte er im Wachsausschmelzverfahren Gussformen der einzelnen Körperteile.

Ein Bronzeabguss entsteht

Der Bronzeguss ist schwere körperliche Arbeit, für die viel Erfahrung benötigt wird. Wolfgang Gregor arbeitet allein in seiner Werkstatt im brandenburgischen Landin und beherrscht auch die Kunst, sein Schaffen anschaulich zu vermitteln: Während eines Werkstattbesuchs im Oktober 2020 präsentierte er den in Bronze gegossenen Kopf, die Flossen und einzelne Teile des Panzers der Lederschildkröte.

Beim exklusiven Schaugießen einer Tuchspange in Bronze zeigte der Künstler die traditionellen Arbeitsschritte seines Handwerks. Bis zum Frühjahr 2021 werden alle Körperteile der Lederschildkröte gegossen, miteinander verschweißt und ziseliert sein. Die Skulptur wird von innen verstärkt und erhält eine Halterung aus Edelstahl für die Präsentation an ihrem späteren Standort im neuen MEERESMUSEUM. Die Bronzeskulptur von „Marlene“ ist dank großzügiger Mittel des Fördervereins Deutsches Meeresmuseum e. V. möglich geworden.